Heinrich Beloers Buddenbrooks

Wie die Zeit vergeht.  Zwei Monate und ein wenig mehr ist mein letzter Beitrag schon her. Da wird es mal wieder Zeit,den inneren Schweinehund zu überwinden und etwas zu posten.

Die Zeit vergeht auch schnell in Heinrich Breloers Verfilmung von Thomas Manns Jahrhundertroman Buddenbrooks. Der Film umspannt wohl einige Jahrzehnte in der Familiengeschichte. Dabei läßt er einiges aus dem Buch aus und dichtet einiges hinzu.

Ich selber habe das Buch nicht gelesen und kann nur meinen Eindruck des Filmes wieedergeben.

Ich fand den Film sehenswert. Die Darsteller waren gut ausgesucht, allen voran natürlich Armin Müller-Stahl an Jean Buddenbrook und Iris Berben als Betsy Buddenbrook. Aber auch die drei Kinder waren hervorragend besetzt. Dazu noch die tolle Ausstattung. In Kön wurde ja das lübecker Buddenbrookhaus nachgebaut, die Kostüme waren wunderschön, die Bilder von Lübeck unübertroffen.

Die Handlung wiederzugeben ist ein wenig schwierig, aber die dürfte wohl auch reichlich bekannt sein. Bei 2,5 Stunden eilte der Film natürlich ein wenig durch das 19. Jahrhundert, und während Jean Buddenbrook und Betsy sterben und die beiden Söhne sichtbar altern, hat man sich bei Jessica Schwarz wohl nicht so richtig getraut, sie altern zu lassen. Erst am Ende sieht man deutliche Spuren, dass auch an ihr die Zeit und zwei unglückliche Ehen nicht spurlos vorbeigegangen sind.

Am Ende geht es mit dem Sterben Schlag auf Schlag, bis nur noch Toni übrig bleibt. Eine Kamara fährt durch das leere verwaiste Haus, das an den Konkurenzen der Familie verkauft wurde. Diese Abschlußbilder trieben mir die Tränen in die Augen, auch wenn das nur ein Film ist. Ich bin halt, wie man so schön sagt, zu dicht am Wasser gebaut.

Einen richtigen Spannungsbogen hat der Film freilich nicht. Vielmehr hat er einen dokumentarischen Charakter, bildet Szenen des Niedergangs der Buddenbrooks ab.
Trotzdem halte ich ihn für sehenswert, wenn mann denn solchen Stoff überhaupt mag.

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