Krabat

Achtung Spoiler

In den Wirren des dreißigjährigen Krieges irren einige halb verhungerte, verwaiste Jungen durch die sorbische Landschaft. Einer von ihnen ist Krabat, der in seinem Traum eine Stimme höhrt, die ihn nach Schwarzkolm im Koselbruch lockt, um dort eine Ausbildung zu beginnen.Entgegen seinem Versprechen verläßt er seine Freunde und sucht Schwarzkolm und die Mühle aus seinen Träumen.

So beginnt die von Marco Kreuzpaintner mit prominenter Besetzung gedrehte Verfilmung von Otfreid Preußlers Roman, dem wiederum eine sorbische Sagengestalt zu Grunde liegt.

Krabat beginnt also seine Ausbildung bei dem geheimnisvollen, namenlosen, einäugigen Meister, nicht nur in der Müllerei sondern auch in „allem Anderen“.

Mit ihm zusammen lernen hier 12 andere Gesellen. Zu einigen von ihm entwickelt er Vertrauen und Freundschaft, andere entpuppen sich als Unsympathen. Bis Ostern muss er zunächst schwer puckeln, und als eines Tages eine geheimnisvolle Kutsche vorfährt wird er in die Schlafstube gesperrt, was ihn aber nicht daran hindert, heimlich in die Mahlkammer zu schleichen und zu entdecken, dass dort Knochen gemahlen werden.

Ostern schließlich soll er endlich eine Aufnahmeprüfung bestehen. Zusammen mit dem Altgesellen geht er zu einem Ort, an dem jemand gewaltsam gestorben ist.Hier versinken sie in Meditation und der Altgeselle, der gleichzeitig sein bester Freund ist, führt seinen Geist auf dem Körper hinaus. Dabei begegnen sie den Dorfbewohnern aus dem Dorf, und insbesondere die Vorsängerin beeindruckt Krabat. Als sie zu sürzen droht, fängt er sie auf und wird dabei für sich sichtbar, und die beiden verlieben sich ineinander.

Doch trotzdem kehrt er zur Mühle zurück und wird in den Bund aufgenommen.

Von nun an beginnt seine magische Ausbildung, deutlich gemacht vor allem durch die Fähigkeit, sich gleich seinen Mitgesellen in einen Raben zu verwandeln, besondere körperliche Fähigkeiten und das Training mit dem Kampfstab inklusive der Möglichkeit, ihn magisch zu erwecken und Gegner ohne direkte Berührung anzugreifen.

Diese Fähigkeit  wird dann eingesetzt, ein paar Söldner vom Dorf zu vertreiben. Allerdings ist für die Handlung vielmehr von Belang, dass durch einen Trick hier der Meister den Namen der Freundin eines Mitlehrlings erfährt, die später tot im Bach gefunden wird.

So erfährt Krabat, dass der Meister etwas dagegen hat, wenn die Jungen sich verlieben und dass die Mädchen immer einen tödlichen Unfall haben.

Als das Jahr zu Ende geht, wird der Meister zusehend älter. Kurz vor Sylvester reißt er schließlich ab. In der Sylvesternacht kommt wieder der geheimnisvolle Kutscher. Doch in dieser Nacht sind 12 von ihnen in ihrer Kammer eingeschlossen, nur Krabats bester Freund und Altgeselle ist unten, und beginnt plötzlich zu schreien. Doch vorher gibt er Krabat noch den Rat, bei der Auswahl seiner Freunde auf sein Herz zu höhren.

So erfährt Krabat noch ein Geheimnis, nämlich dass in jeder Sylvesternacht einer von ihnen starben muß, damit der Meister leben kann. Diesen holt der Gevatter, der dafür dem Meister das Leben gewährt.

Nach diesem Ereignis lernt Krabat einen Mitgesellen kennen, der bisher den Eindruck erweckte, zurückgeblieben zu sein. Dieser erzählt ihm von einer Möglichkeit zu entkommen: In der nächsten Sylvesternacht muss das Mädchen zur Mühle kommen und um seine Freilassung bitten.Also wird vereinbart, dass dieser sich mit dem Mädchen treffen und sie zur Mühle führen soll.

Doch irgendwie bekommt der Meister Wind von der Sache und befiehlt den Jungen, nicht nur ihm zu verraten, wer derjenige ist, zu dem sie gehört, sondern auch, dafür zu sorgen, dass sie nicht ankommt. Also blasen Krabat und sein Komplize die Sache ab.

Doch das Mädchen kommt trotzdem bei der Mühle an und bittet um Krabat Freilassung. Da nimmt der Meister Krabat beiseite und versucht ein letztes Mal, Krabat auf seine Seite zu ziehen, ja er bietet ihm an, ihn zu seinem Nachfolger zu machen. Doch dieser lehnt ab und schledert ihm seine ganze Verachtung an den Kopf.

In einer Kammer der Mühle müssen sich alle Lehrlinge in Raben verwandeln und das Mädchen herausfinden, welcher ihr Krabat ist. Natürlich gelingt es ihr, worauf sie die Raben alle auf den Meister stürzen und ihn zerfetzen. Zusammen mit dem Mädchen verlassen sie die Mühle, die durch eine Mehlexplosion in Brand gerät und zerstört wird. Und es zeigt sich, daß derjenige Lehrlichg, der am wenigsten vertrauenswürdig erschien, das Mädchen zur Mühle geführt hat.

Spoiler Ende

Krabat ist der Versuch, auch von dem seit Herr der Ringe und Harry Potter anhaltenden Fantasy-Boom zu profitieren. Noch dazu mit einem deutschen Stoff, sicherlich ein heeres anliegen.

Dieser Versuch gelang auch ganz gut. Krabat ist sicherlich ein netter Film. Immerhin holte man die erste Rieger deutscher Jungschauspieler vor die Kamera. Allerdings bleiben viele der Figuren ziemlich blass. Bis aus auf Krabat und die beiden Freunde spielen die anderen keine Rolle, man erfährt kaum etwas über sie. Das zweite Jahr in der Mühle wird nur in Zeitraffer gezeigt, ein im Buch wohl enthaltenes drittes Jahr fällt ganz weg. Dazu kommen einige Merkwürdigkeiten. So verreisst der Meister an ersten Sylvester, am zweiten bleibt er da. Der Kampf im Dorf ist von der Kameraführung derartig verhunzt, dass man kaum etwas erkennen kann.

Von der Tatsache, dass es in der Gegend in der der Film spielt, nämlich der sorbischen Landschaft in Sachsen alles Mögliche gibt, aber keine Berge.

Wir ich hörte, haben Liebhaber des Buches noch wesentlich mehr zu meckern, aber ich kenne das Buch nicht, und so beurteile ich den Film für sich. Und dabei bleibt er ein netter Märchen oder Fantasyfilm, der sicherlich keinen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

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